... in der frischen Selbstständigkeit.

Ich erinner mich in den letzten Tagen und Wochen oft daran, dass gesagt wird, dass die ersten beiden Jahre einer Selbstständigkeit extrem sein können, in jeder Hinsicht. Diese zwei Jahre sollen wohl die Standfestigkeit des Freiberuflers überprüfen, so kommt es mir jedenfalls vor.

Ich muss mich fragen (lassen), von all den Gegebenheiten um mich herum, ob ich in meiner Mitte stehe.

Und nein, das tu ich nicht.

Ich zweifel sehr, so sehr, dass ich weiß, dass der Umzug in den Norden nur mit ner Festanstellung verbunden sein kann. Teilzeit würde schon reichen, Hauptsache sozialversicherungspflichtig, mit monatlich gleichem und pünktlich überwiesenen Entgelt.

Seit Anfang des Monats kann ich meine Miete nicht mehr pünktlich zahlen. "Pünktlich" ist dabei noch maßlos untertrieben! Mitte Januar, Ende Februar, Mitte März und jetzt läuft es wieder auf Ende April hinaus.

Ich hasse es, am Ende der Kette zu sitzen.

Es ist so, dass mein AuG und ich sehr gute und wichtige Arbeit abliefern. Und dann werden einfach Zahlungen zurückgehalten, oder man wird auf "ja ja, kommt Montag" vertröstet. Kommt aber nicht.

Klar, ICH könnte jetzt meinen AuG auf Vertragserfüllung (Rechnungszahlung also) verklagen, doch erstens wäre der Anwalt teurer als das, was ich einfordere und zweitens weiß ich ja, dass er selbst nix bekommt. Ich sitz ja daneben, wenn er die Gespräche mit seinen AuG´s hat. Und DIE verklagen? Tja... So ist das... Manchmal gibt es schwarz und weiß und die Entscheidung ist einfach. Doch wenn man dem einen AuG schon die Windeln gewechselt hat und man von Folgeaufträgen des anderen AuGs schon irgendwie abhängig ist und so weiter und so fort.

Die Hand zu beißen, die einem das Futter gibt, ist keine gute Idee.

Irgendwann ist das Futter jedoch so mager, dass man zubeißen wird. Mein AuG hat schon geknurrt. Und gezwickt. Leider noch nicht gebissen.

Ich kann es mir nicht erlauben, seine Hand zu beißen. Dank ihm habe ich (theoretisch) monatliches Honorar. Doch ich such für ihn und mich weiter neue Auftraggeber. Irgendwie muss den anderen gezeigt werden, dass wir sie nicht brauchen *grrr*

Tja...

Was an nicht reinkommendem Honorar hängt, kann sich der ein oder andere vielleicht denken: Aktuell überlegte ich, ob ich den Vermieter oder das Finanzamt bediene. Ohne Mietzahlung bald kein Dach mehr über dem Kopf. Ohne Steuerbegleichung hab ich bald geschlosssene Konten und kann GAR NIX mehr machen.

Das ist zum Kotzen.

Und ich zweifel, ob das alles richtig war und richtig ist.

Ich LIEBE den Job, den ich tue. Aber nicht mehr mit den Umständen, die mich gerade begleiten :-(