Ich hab das Glück, dass mir nicht nur auffällt, dass sich einiges in meinem Leben wiederholt. Lustig besonders dann, wenn ich auf meinen raren öffentlichen Auftritten Kunst hevorhole, die schon Jahre alt ist und auch von gestern sein könnte. Eben weil sich alles wiederholt.

Nein.

Ich hab sogar das große Glück, erkennen zu dürfen (oder zu müssen?), dass da irgendwie ne Aufgabe für mich dranhängt.

Wisst ihr noch, wie unendlich lebensmüde ich damals im Herbst war, nach dem Ende des dänischen Schreckens? Ich fuhr in den Wald und wollte eine Woche lang ergründen, warum und was das alles zu bedeuten hat. Was geschah? Ich beschloss schon am ersten Tag, dass ich dieses ganze Analysieren einfach nicht mehr will. Ich bin so, wie ich bin und fertig.

Die Liebe hatte ich damals aus meinem Leben geschmissen. Ich sagte ihr in einem Zwiegespräch, dass ich wohl verstehe, dass ich an diesen beschissenen Partnerschaftsschleifen irgendwas zu lernen hätte, ich aber keine Lust mehr habe, raten zu müssen. Ich verstand nicht, was ich zu lernen hatte und deshalb zog ich mich raus.

Wenn das Universum will, dass ich was lernen soll, soll es mir das bitte ab jetzt anders zeigen.

Und wisst ihr was?

Es ist endlich passiert.

Ich hab es endlich verstanden.

Der Narrenmann von vor ein paar Einträgen... Ich sagte doch, dass ich es nicht verstehe, warum in seinem Zusammenhang der Narr im Tarot fiel, mein Gefühl MIT ihm aber nicht wie wundervoller Neubeginn ist.

Ganz klar:

Weil es OHNE ihn ist.

Ja.

Ich starte gerade einen Neuanfang.

Gestern morgen, als ich mit Wuff draußen war und über die Wiesen am Fluss stapfte, die Sonne in meinem Gesicht, da hielt ich ein inneres Zwiegespräch mit dem Narrenmann. Er fragte mich ja damals, was ich denn wolle, das er sei, wenn ich ihn nicht als meinen Hafen bräuchte. Und ich versuchte gestern früh, ihm zu sagen, was ich nicht bräuchte.

Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen:

Ich brauche niemanden, der mein Hafen ist.
Denn ICH bin mein Hafen.
Ich brauche niemanden, der mir eine Heimat ist.
Denn ich HABE meine Heimat in mir.
Ich brauche keinen Helden.
Denn ICH bin mein Held und der Held in meiner Familie.

Ich bin das Gold, das ich immer im Außen suchte.

Und ich finde es ganz allein in mir.

Ich bin der Fährmann bzw. die Fährfrau, die unser Boot mit sicherer Hand durch den Fluss der Zeit lotst.

Ich brauche niemanden, der von seinem Boot aus zu mir rüberruft, wie ich es zu tun hätte. Der Wind und das Rauschen der Wellen nehmen immer so viel weg von den rübergerufenen Worten, das deshalb immer nur die Hälfte dessen, was gesagt wurde, bei mir ankam. Missverständnisse und Frust waren vorprogrammiert.

Ich brauche niemanden, der mir sagt, dass sein Boot viel mehr Schutz oder Sicherheit gibt, als meins. Außerhalb meines Bootes bin ich dem Geschick des anderen hilflos ausgeliefert und nichts ist sicher oder schützend.

Ich brauche auch niemanden, der ungefragt in mein Boot reinspringt, nur um dann zu sagen, dass ich das Ruder falsch halte. Oder mir sein Steuer aufzwingen will.

Ich bin ein verdammt guter Kapitän und meine Crew besteht aus meiner Familie und Saturn.

Er ist seit Mitte März und noch bis August rückläufig, was bedeutet, dass man am besten Auseinandersetzungen mit Chefs vermeidet. Oder nix wichtiges in Bezug auf Geld/ Erbschaft annimmt bzw. aushandelt.

Doch Saturn ist mein Herrscherplanet und jetzt, da ich dank des Narrenmannes dem Ungeheuer meiner Ängste erneut begegnet bin (dieses schnelle Lieben, verbunden mit dem erdrückenden Vereinnahmen meiner selbst), fühle ich mich so lebendig wie nie.

Zu wissen, dass ich mein eigener Held bin, durchströmt mich allein beim Schreiben dieser Worte mit so viel Energie, dass ich platzen könnte vor Freude und Glück.

Ja, liebe blasslila. Du kennst meine Ungeheuergeschichten. Du weißt, dass ich in diesem Lernpunkt meines Lebens durch die allertiefsten Erniedrigungen durchgegangen bin, die man sich nur irgendwie antun könnte. Ich hab lange gebraucht, viel Schmerz und Leid erfahren und schon lange geahnt, dass Liebe SO nicht ist. Ja. Manche Menschen müssen durch ganz viel Leid durch, bis sie endlich verstanden haben, was sie zu lernen hatten.

Das Lustige ist, dass dieses "was muss ich nur lernen" etwas Tolles für einen selbst ist. Und wir nur blind sind in unserem fehlenden (anerzogenen) Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl.

Die Aufgaben des Universums sind nicht immer leicht zu verstehen. Doch jeder Schritt in die richtige Richtung setzt (Bauch-)Wissen in uns frei, das wir nie wieder vergessen können.

Ich bin frei *lach*