Ich bin ja gerade im Norden, hatte gerade ein nettes Gespräch mit vielen Informationen in einem Ort, der nur 1 km vom Strand entfernt war (leider hab ich ihn nicht gefunden *grins*).

Ich hätte die Autobahnen nutzen können, doch ich fuhr quer durch die Walachei und es war ein schönes Fahren.

Eines, das mich den Tränen und der Traurigkeit wieder viel zu nahe gebracht hat. Dänemark ist so nah und mit ihm alle Erinnerungen.

Doch Schleswig-Holstein ist wie eine Art Puffer zwischen DK und NRW.

In DK sitzen die Ursachen aller Lügen, in NRW blitzt der vergiftete Stachel der aufgedeckten Falschheiten. Auch in MV sind die Erinnerungen voller Übelkeit. Beinahe nichts, was in diesen drei Ländern mit dem Wikinger und mir passierte, scheint heute noch echt zu sein. Wahr schon lange nicht.

Aber hier, in SH, zwischen Nord- und Ostsee, sind so viele Kleinigkeiten passiert, die mich unter all meinen Tränen lächeln lassen. Ich erinnere mich an unser erstes Essen bei einem Italiener, der sich mit uns freute, weil wir so scheu und aufgeregt waren. Ich erinner mich auch an den Parkplatz, an welchem wir uns immer trennten, wenn unsere gemeinsame Zeit hier vorbei war und er auf der A7 Richtung Norden und ich Richtung Süden fuhr.

Ich erinner mich so sehr an diesen Mann, dass ich unter all der Enttäuschung und all der Wut auch die Liebe fühle, die ich für ihn empfand.

Und da ich mich ja schon ne ganze Weile kenne, weiß ich, dass es nicht nur eine "Liebe, die ich...empfand" ist, sondern eine, die immer noch da ist.

Und während es mir in NRW und MV sehr leicht fällt, mich in meine Enttäuschung und Wut zurückzuziehen und einfach nur traurig zu sein, muss ich mich hier oben zwingen, seinen Verrat an uns in mir aufrecht zu erhalten.

Er hat meine Liebe nicht verdient.

Stellt sich dann vielleicht die Frage, ob es klug ist, hierher zu ziehen.

Ich kann ganz klar JA sagen.

Denn ich merke, dass ich hier gesund werde. Auch von dieser Liebe gesund werde. Es ist nicht die Bestimmung des Menschen, traurig und voller Hass oder Wut durchs Leben zu gehen. Es ist zudem wichtig, das Loslassen zu lernen. Und wo gelingt einem das besser als an einem Ort, der einen zum Lächeln bringt - trotz der bösen Erfahrungen, die sich in den Tränen hinter dem Lächeln verstecken?

Ich hab mich wieder einmal dazu entschieden, einen Mann so lange zu lieben, wie ich ihn lieben kann und will.

Na hört mal *grins*

Ich kann doch lieben, wen ich will. Oder? ;-)

Es muss nur niemand wissen. Also zumindest nicht er. Oder sie. Oder seine Familie. Oder sein Umfeld.

Es reicht, dass ich weiß, dass es so ist. Und es reicht dann auch, wenn ICH das Ende dieser Gefühle für mich beschließe.

Ich vergebe mir. Dafür, dass ich diesem Fehler auferlegen bin. Dafür, dass ich meinem Bauch mal wieder nicht getraut habe, als er mir schon kurz nach dem Kennenlernen des Wikingers sagte, dass dieser Mann nicht echt sein kann.

Es ist in Ordnung, dass ich Panik bekomme bei jedem Auto mit dänischem Kennzeichen. Es ist in Ordnung, dass ich genervt die Augen verdrehe, wenn mir wieder und wieder und wieder Dinge/ Personen/ Aktionen unter die Augen kommen, die mit diesem Land zu tun haben. Es ist in Ordnung, dass ich mich davor fürchte und es gleichzeitig in Gedanken durchspiele, wenn ich ihm hier oben begegnen sollte. Ich weiß, dass dieses Land hier sehr groß ist *grins* Doch die Wesen um uns herum haben manchmal eine merkwürdige Art von Humor.

Schleswig-Holstein, ich freu mich auf Dich.

Und wenn es doch nicht dieses Jahr klappt, dann eben nächstes Jahr. Ich freu mich einfach auf Dich :-)